Den Bienen drohen neue Gefahren

Gelldorf. „Kleiner Beutenkäfer“ nennt sich der Schädling, der immerhin schon das europäische Festland erreicht hat. Entdeckt wurde er im Süden Italiens. Eingeschleppt werden kann er zusammen mit importierten Honigbienen, aber auch mit Obst.

 Eine deutliche Warnung erhielten die Schaumburger Imker von Dr. Kerstin Haver vom Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen aus Bückeburg. Sie informierte die Mitglieder des Kreisverbandes der Imker bei der Frühjahrstagung im Hofcafé Eggelmann in Gelldorf darüber, wie man das Auftreten des Schädlings erkennen kann.

 Zu diesem Zweck hatte sie zahlreiche Karten, Fotografien und einen Lehrfilm mitgebracht. Die heimischen Imker erfuhren von ihr wichtige Daten über den Lebenszyklus und die Vermehrung des Käfers. In Italien werde er seit seinem Auftreten in 81 Imkereien mit Unterstützung der staatlichen Behörden intensiv bekämpft, weil man dort offensichtlich die mit diesem Insekt verbundenen Gefahren erkannt habe.

 Erfahrungsgemäß bevorzuge der Schädling wärmere Temperaturen, aber die Fachleute gingen davon aus, dass er auch in den kälteren Regionen Europas überleben und sich vermehren könne. Im Bereich der Europäischen Union besteht eine Anzeigepflicht für die Imker, in deren Völkern der „Kleine Beutekäfer“ Unterschlupf gefunden hat. Er kann sich sehr schnell fortpflanzen und ist dann schwer auszurotten.

 Haver sprach auch über die Tropilaelaps-Milbe, die derzeit noch nicht in Europa präsent ist, aber ebenfalls große Schäden unter den Honigbienen verursachen könnte. Am stärksten verbreitet ist diese Milbenart in Asien.

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Mehr Bienenvölker tun der Natur gut

Das ist eine unerwartet positive Nachricht für die Landwirtschaft in der Region und darüber hinaus für alle Gartenfreunde: Der Imkerverein Obernkirchen und Umgebung wächst weiter.

Obernkirchen/Gelldorf
. Mit den neuen Mitgliedern nimmt auch die Zahl der Bienenvölker zu, die für das Bestäuben der Kultur- und Wildpflanzen zuständig sind.

 Heinz Döpking trennt das alte Wachs aus den Waben. sigAn der Monatsversammlung im Hofcafé Eggelmann haben diesmal weitere drei neue Mitglieder teilgenommen. Außerdem hat sich eine Gruppe mit jungen Imkerinnen gebildet, die sich zum Erfahrungsaustausch treffen. Bislang wurden sie weitgehend von der Vorsitzenden Gundula Piehl betreut. Künftig stehen ihnen andere erfahrene Vereinsmitglieder zur Seite, um die Vorsitzende zu entlasten.

 Beim nächsten Treffen am Dienstag, 2. April, geht es um die Zucht von Bienenköniginnen. Dazu wird ein Film gezeigt, der von Experten hergestellt wurde. An jenem Abend werden anerkannte Königinnenzüchter aus dem Schaumburger Land teilnehmen.

 Für die Zusammenkunft am Mittwoch, 4. Juni, ist das zunächst vorgesehene Thema geändert worden. Stattdessen stehen nun die Verwandten der Honigbienen im Mittelpunkt. Dazu gehören die Wildbienen, Hummeln und Wespen. Über deren Lebensweise und Bedeutung für den Naturhaushalt spricht Gundula Piehl als ehemalige Hautflüglerbeauftragte des Landkreises Schaumburg. Der Vortrag ist mit einer Ausstellung verbunden; Gäste können teilnehmen.

 Beim jüngsten Treffen im Hofcafé Eggelmann sprach Heinz Döpking vom Imkerverein Minden-Porta Westfalica über das Wachs, das die Honigbienen beim Bau von Waben produzieren. Es dient zur Lagerung von Honig, Pollen, Bienenbrut und als „Kinderstube“ des Bienenvolkes. Erstaunlich ist, dass beim Bau gleichmäßig geformte Zellen entstehen, obwohl die Bienen weder über ein Lineal noch über einen Winkelmesser verfügen.

 Ältere Waben werden vom Imker herausgenommen und eingeschmolzen, um Krankheiten vorzubeugen. Stattdessen werden geprägte, aus eigenem Wachs hergestellte und von Rückständen befreite neue Bienenwachsplatten eingesetzt. Das trägt dazu bei, rückstandsarmen Honig zu produzieren.

 Das Bienenwachs wird in besonders reiner Form auch für Wachskerzen verwendet. Es kommt außerdem als Trennmittel bei Gummibärchen, in der Kosmetik, bei Möbelanstrichen und für technische Zwecke zum Einsatz.

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